Was ist ein Moor?
Moorbildung und Moortypen

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Lebenselexier Wasser

Moore brauchen Wasser. Sie entstehen durch die Verlandung von Gewässern (Verlandungsmoore) oder bei ganzjährig hoch anstehendem Grundwasser (Versumpfungsmoore).


Nach dem Wasserhaushalt werden Hoch- und Niedermoor unterschieden. Hochmoore bzw. Regenmoore sind ausschließlich von Regenwasser gespeist und sehr nährstoffarm, deshalb kommen dort nur sehr wenige spezialisierte Pflanzen und Tiere vor. Niedermoore oder Grundwassermoore werden über das Grundwasser mit Nährstoffen versorgt; wegen des kalkreichen Grundwassers im Alpenvorland sind die Moore sehr artenreich.

 

Charakteristisch für das Moor sind die Torfmoose, der wichtigste Wasserspeicher im Moor. Unter Sauerstoffabschluss sammeln sich abgestorbene Pflanzenteile und bilden eine Torfschicht, die pro Jahr rund 1 mm wächst.

 

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Die Moorbildung

Geologisch gesehen liegt das Projektgebiet überwiegend im Bereich der Unteren Süßwassermolasse, einem kalkreichen Meeressediment, das im Zuge der Alpenfaltung zu Gebirgszügen zusammen geschoben wurde. Während der Eiszeiten hat der so genannte Allgäu-Vorlandgletscher die Bergzüge von der Iller bis zum Lech weitgehend abgetragen und die Senken mit teils dicht gelagertem Moränenmaterial verfüllt. Im Verlauf mehrerer Rückzugsphasen entstand eine Eiszerfallslandschaft mit welligen Grundmoränen, Rückzugsmoränenwällen, Drumlins und Toteislöchern. Größere Becken entstanden, anders als im Bereich des Inn- und Isargletschers, nur unmittelbar am Alpenrand und nördlich der Molassezone.

 

Unter geomorphologischen Aspekten umfasst das Projektgebiet drei Zonen der Moorgenese: am unmittelbaren Alpenrand die Zone der Beckenmoore mit ausgeprägten Verlandungsmooren, daran anschließend die Grundmoränen-Moore, die überwiegend aus Versumpfung hervorgegangen sind und nördlich davon wieder eine Zone mit Gletscherbecken bzw. -furchen, in denen Moore überwiegend durch Seenverlandung entstanden sind. Diese Grundtypen werden im Einflussbereich der Molasse und kalkreicher Sedimente von Quellaustritten mit meist kleinflächigen „Kalk-Quellmooren“ überprägt.

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Gefährdung

Wir Menschen haben unsere Landschaft maßgeblich geprägt. In über 90 % der Allgäuer Moore ist der Wasserhaushalt zumindest teilweise geschädigt.


Hochmoore wurden entwässert und der abgebaute Torf als Brennstoff genutzt. Zusätzliche Nährstoffe aus Luft und Wasser verändern die Lebenswelt von Pflanzen und Tieren. Der hohe Viehbestand im Allgäu ist eine Ursache hierfür.


Die Niedermoore wurden früher gemäht und die Streue in die Ställe gebracht. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft veränderte jedoch das Landschaftsbild. Die extensive Nutzung der Streuwiesen lohnte sich nicht mehr und der Bedarf an Einstreu ging zurück, denn man stieg auf eine streulose Stallhaltung und Güllewirtschaft um. Zahlreiche Nass- und Streuwiesen wurden entwässert und intensiviert. Andere Flächen fielen brach oder wurden mit Fichten aufgeforstet.

 

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Heutige Funktionen

Früher wurden Moore als wertlos und „öde“ angesehen. Heute entdeckt man ihre große Bedeutung:


Moore halten große Mengen Regenwasser zurück und sind daher wichtig für den Hochwasserschutz. Bis zu 95 % des Torfvolumens können aus Wasser bestehen.
Auch zum Klimaschutz leisten Moore einen wichtigen Beitrag. Weil in den ganzjährig nassen Mooren der Sauerstoff fehlt, kann das abgestorbene Pflanzenmaterial nicht zersetzt werden und sammelt sich als Torf an – pro Jahr rund 1 mm.


In entwässerten Mooren dagegen wird der Torf zersetzt und geht als CO2 in die Luft – pro Jahr 1-2 cm. In Bayern stammen rund 8 % der anthropogenen Treibhausgasemissionen aus Mooren (Drösler 2011).
Pro Hektar kann ein Moor ca. 700 t Kohlenstoff speichern, das ist sechs Mal so viel wie ein Wald!